Es macht mich traurig, so sehr traurig. Die Tatsache, dass eine Trauerfeier nur im kleinen Kreis von 15 Personen und meist außen stattfinden kann. Und wenn die zwei Geschwister Nummer 16 und 17 sind, dann werden sie gebeten außen zu warten. Mit ein wenig Glück können sie über die Friedhofsmauer spitzen und zuschauen. Jetzt mal ehrlich – ist das wirklich euer Ernst? Ja, wir haben einen Virus im Land, der so schnell wie möglich beseitigt werden muss. Dafür habe ich Verständnis, wirklich das vollste Verständnis. Aber es gibt Ausnahmen – und das ist meiner Meinug nach, das Ende eines Menschenleben. Aktuell müssen Menschen alleine sterben, weil die Angehörigen nicht mehr auf die Palliativstation oder ins Hospiz dürfen. Natürlich können keine 20 Menschen auf einmal in das Zimmer einer Klinik kommen. Das leuchtet mir ein. Es gäbe dennoch Mittel und Wege die es ermöglichen, dass sich die Angehörigen von Menschen, die sie ihr ganzes Leben lang begleitet haben und die sie lieben, verabschieden. Es kann nachhaltige Folgen mit sich bringen, wenn der Verabschiedungsprozess massiv gestört wird. Einige Punkte können anderweitig “nachgeholt” werden, aber nicht der persönliche Abschied. Ich hoffe, dass es diesbezüglich, so schnell wie möglich, eine Lockerung geben wird. In der Zwischenzeit biete ich allen Menschen das Bestmöglichste an. Kompetente Beratung und einfühlsame Begleitung vor, während und nach dem Abschied. Wir finden Mittel und Wege, z. B. die Urnenbeisetzung oder eine Gedenkfeier zu einem späteren Zeitpunkt, die Aufnahme der Trauerfeier in Video- oder Tonform, Rituale für die Kinder, … und einiges mehr. In zwei Wochen beginnt mein Online-Trauercafe “Sicherer Hafen” und der Kinder trauern anders – Online Workshop findet erstmalig virtuell statt. Dafür benötigt man lediglich einen Computer/Laptop, eine Webcam sowie eine gut funktionierende Internetverbindung. Ich bin für euch in dieser schweren Zeit da. Alles Liebe und ein schönes Wochenende. Anna