Frage #03: Puh, das ist natürlich eine sehr gute Frage. Ich liebe es Zeremonien zu gestalten, die leuchtenden Augen meiner Paare zu sehen und etwas zu ihrem wunderbaren Tag beisteuern zu können. Mir gefällt die Arbeit mit und vor allem auch für Menschen. Neben den Freien Trauungen gestalte ich auch Willkommens- und Segensfeiern. Meine Liebe zu Kindern ist nicht zu verbergen. Und mit jedem neuen Leben wird diese Welt ein Stück reicher. Da freue ich mich natürlich, diesem kleinem Wesen einen wundervollen Start und Willkommensgruß zu bescheren. Trauerfeiern sind natürlich im Großen und Ganzen nicht der schönste Anlass – jedenfalls für die Angehörigen. Aber – es mag komisch klingen – es macht mir tatsächlich unheimlich viel Spaß, den Abschied eines Menschen so wunderbar und so schön (!) wie möglich zu gestalten. Trauer ist etwas sehr individuelles und darum ist es umso wichtiger, die trauernden Angehörigen in dieser schwerzen Zeit zu begleiten, für sie da zu sein & dem Verstorbenen einen würdevollen Abschied zu bereiten. Ganz individuell, so, dass es zu ihm passt. Als hätte er sich genau so gewunschen. Da spielt schon die Auswahl der Musik eine große Rolle. Oder auch, ob man die Trauerfeier christlich oder weltlich gestaltet. Ob dies nun die grundlegende Frage nämlich dem “Warum?” beantwortet, kann ich nicht sagen. Wie letzte Woche bereits gesagt, ist dies alles zufällig (und auch ein wenig aus einer Not heraus) entstanden. Mein Religionspädagogikstudium hat mich weiter denken und sehen lassen. Und nachdem die Kirche mich anschließend nicht anstellen wollte, hat sich mein Glaubens- und Weltbild noch einmal stark verändert – zum Positiven. Dieser Spruch ist das Fundament für meine Arbeit: Menschen werden vergessen, was du gesagt hast. Menschen werden vergessen, was du getan hast. Aber Menschen werden niemals vergessen, welches Gefühl du ihnen vermittelt hast. (Maya Angelou) Und ich denke dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Achja, habe ich schon erwähnt, dass ich den besten Beruf der Welt habe?